Ratgeber · Hannover & Niedersachsen

Möbliert an WGs vermieten: deutlich mehr Miete, mehr Aufwand. Lohnt es sich?

Zimmerweise möbliert vermietet bringt eine Wohnung oft das Anderthalb- bis Zweieinhalbfache der klassischen Kaltmiete. Der Haken: mehr Verwaltung, mehr Wechsel. Für wen sich das Modell trotzdem rechnet, und für wen nicht.

Warum WG-Zimmer so viel mehr bringen

In Hannover sorgen Hochschulen, Medizinstandorte und Berufspendler für konstante Nachfrage nach möblierten Zimmern. Vermietet wird pro Zimmer, nicht pro Wohnung, und möblierte Zimmer mit Nebenkosten-Pauschale erzielen pro Quadratmeter deutlich mehr als eine unmöblierte Gesamtwohnung. Dazu kommt: Die Miete lässt sich bei jedem Zimmerwechsel neu am Markt ausrichten.

Welche Wohnungen eignen sich?

Der ehrliche Teil: der Aufwand

Mehr Mieter bedeutet mehr Verträge, mehr Ein- und Auszüge, mehr Kommunikation. Wer das selbst managt, kauft sich die Mehrmiete mit eigener Zeit. Die Alternative ist, Vermietung und Verwaltung abzugeben: Die Mehrmiete trägt die Verwaltungskosten in der Regel problemlos.

Rechenbeispiel aus unserer Modellkalkulation: 4-Zimmer-Wohnung, bisher 800 € kalt, als möblierte WG nach Umbau ca. 2.100 € monatlich. Selbst nach Abzug von Verwaltung und Rücklagen bleibt ein deutlicher Überschuss gegenüber der klassischen Vermietung.

Rechtlich sauber aufsetzen

Einzelverträge pro Zimmer oder ein Hauptmietvertrag, Betriebskosten-Pauschalen, Möblierungszuschlag: Die Vertragskonstruktion entscheidet über Flexibilität und Rendite. Das sollte einmal richtig aufgesetzt werden, danach läuft es.

Häufige Fragen

Wie viel mehr Miete bringt möblierte Vermietung?

Pro Quadratmeter erzielt ein möbliertes WG-Zimmer mit Pauschalmiete meist das Anderthalb- bis Zweieinhalbfache einer unmöblierten Vergleichswohnung. In Hannover liegen möblierte WG-Zimmer je nach Lage und Ausstattung häufig bei 400–600 € im Monat, bei vier Zimmern kommt so schnell das Doppelte der bisherigen Kaltmiete zusammen.

Gilt die Mietpreisbremse auch bei möblierter Vermietung?

Grundsätzlich ja, in Hannover gilt die Mietpreisbremse, und Möblierung setzt sie nicht außer Kraft. Zulässig ist aber ein angemessener Möblierungszuschlag auf die ortsübliche Vergleichsmiete. Wichtig ist eine saubere, dokumentierte Kalkulation; genau das meinen wir mit „rechtlich sauber aufsetzen“.

Wie berechnet man den Möblierungszuschlag?

Eine verbreitete Faustformel: rund 2 % des Zeitwerts der Möblierung pro Monat. Beispiel: Möbel im Zeitwert von 8.000 € ergeben etwa 160 € Zuschlag monatlich. Gerichte akzeptieren unterschiedliche Methoden. Entscheidend ist, dass der Zuschlag nachvollziehbar hergeleitet und dokumentiert ist.

Einzelverträge pro Zimmer oder ein Hauptmietvertrag, was ist besser?

Einzelverträge geben Ihnen maximale Kontrolle und erlauben es, jede Neuvermietung am Markt auszurichten. Dafür haben Sie mehr Verwaltungsaufwand. Ein Hauptmietvertrag mit einer WG ist pflegeleichter, koppelt Sie aber von Zimmerwechseln ab. Für renditeorientierte Eigentümer sind Einzelverträge meist die bessere Wahl, idealerweise mit externer Verwaltung.

Wäre eine Ferienwohnung nicht noch lukrativer?

Auf dem Papier ja, in der Praxis ist der Weg in Hannover versperrt: Seit Juli 2025 gilt die Zweckentfremdungssatzung. Wohnraum tage- oder wochenweise an Gäste zu vermieten (z. B. über Airbnb) ist nur noch bis zu zwölf Wochen im Jahr erlaubt, darüber hinaus braucht es eine Genehmigung: bei Verstößen drohen Bußgelder bis 100.000 €. Die möblierte Langzeit- und WG-Vermietung ist davon nicht betroffen: Sie ist der legale Weg zur Premium-Miete.

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