Ratgeber · Hannover & Niedersachsen

Wohnung oder Haus in Mikroapartments aufteilen: lohnt sich das?

Aus einer großen Wohnung, einem Haus oder einem leeren Laden mehrere kleine, möblierte Apartments zu machen, kann den Mietertrag eines Objekts deutlich erhöhen. Es ist aber ein echter Umbau mit Genehmigung, Planung und Kapitaleinsatz. Hier steht, was dazugehört, was es grob kostet und wann Sie es besser lassen.

Stand: September 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts-, Bau- oder Steuerberatung im Einzelfall.

Was ist ein Mikroapartment?

Ein Rechtsbegriff ist das nicht. Gemeint ist eine kleine, abgeschlossene Wohnung von etwa 18 bis 40 m² mit eigenem Duschbad und einer Pantry- oder Miniküche, meist möbliert vermietet. Der Unterschied zum WG-Zimmer: Die Bewohner teilen sich weder Bad noch Küche. Jede Einheit hat eine eigene Tür, einen eigenen Mietvertrag, Klingel und Briefkasten. Rechtlich ist jede Einheit Wohnraum, mit allen Regeln des Mietrechts.

Wer ohne großen Umbau auskommen möchte, sollte zuerst prüfen, ob sich die Wohnung als WG vermieten lässt. Das erklären wir im Ratgeber Wohnung als WG oder möbliert vermieten.

Wer in Hannover Mikroapartments mietet

Allen gemeinsam: Sie brauchen kurze Wege zu Uni, Klinik, Bahnhof oder Innenstadt. Ohne diese Lage funktionieren Mikroapartments kaum.

Baurecht: was genehmigt werden muss

Die Aufteilung in mehrere Wohnungen ist in aller Regel genehmigungspflichtig. Das gilt vor allem hier:

Was kostet der Umbau pro Einheit?

Die folgenden Spannen sind grobe Richtwerte für Umbauten im Bestand, keine Angebote. Zustand des Gebäudes, Leitungswege und Auflagen verschieben sie deutlich.

Zusammen landet man im Bestand häufig bei rund 35.000 bis 70.000 € pro Einheit. Aus einem Laden wird es eher teurer, weil Fenster, Dämmung und Fußbodenaufbau dazukommen können.

Miete und Mietpreisbremse

Hannover liegt im Geltungsbereich der Niedersächsischen Mieterschutzverordnung, die Mietpreisbremse gilt dort nach aktuellem Stand bis Ende 2029. Sie gilt auch für Mikroapartments. Bei einer Neuvermietung sind dann höchstens die ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 % und ein angemessener Möblierungszuschlag zulässig (§ 556d BGB). Im Mietspiegel liegen kleine Wohnungen pro Quadratmeter meist höher als große.

Für neu geschaffene Apartments sind zwei Ausnahmen zu prüfen:

Wer sich auf eine Ausnahme beruft, muss den Mieter vor Vertragsschluss in Textform darüber informieren (§ 556g Abs. 1a BGB). Ist die Miete zu hoch, kann der Mieter den überhöhten Teil zurückfordern (§ 556g BGB).

Modellrechnung: aus einem Laden werden drei Apartments

Modellrechnung, kein reales Projekt. Alle Werte sind Annahmen zur Veranschaulichung. Nicht berücksichtigt sind Leerstand bei Mieterwechseln, Verwaltung, Instandhaltung, Finanzierung und Steuern. Voraussetzung ist außerdem, dass Wohnen dort genehmigt wird und die 700 € rechtlich zulässig sind, also entweder eine Ausnahme greift oder Vergleichsmiete plus 10 % und Möblierungszuschlag diesen Betrag tragen. Elf Jahre sind kein Selbstläufer. Interessant wird die Rechnung vor allem dann, wenn der Laden sonst dauerhaft leer steht.

Leerstand: Gewerbe zu Mikroapartments

Leere Läden und Büros in Nebenlagen sind typische Kandidaten. Die Fläche bringt als Gewerbe kaum noch etwas, während kleine Wohnungen in Hannover gesucht sind. Worauf es beim Umbau von Gewerbe zu Wohnraum insgesamt ankommt, steht im Ratgeber Gewerbe zu Wohnraum umwandeln.

Die Zweckentfremdungssatzung der Landeshauptstadt Hannover, die seit dem 11. Juli 2025 gilt, schützt Wohnraum. Leerstand von Wohnraum über sechs Monate ist genehmigungspflichtig, und Wohnraum darf ohne Genehmigung höchstens zwölf Wochen im Jahr an wechselnde Gäste vermietet werden. Wer Mikroapartments tage- oder wochenweise als Boardinghouse betreiben will, bewegt sich außerdem baurechtlich eher im Beherbergungsbetrieb. Das ist eine andere Nutzung mit eigener Genehmigung. Wer eine Wohnung für den Umbau leer ziehen lässt, sollte die Zeitplanung mit der Stadt abstimmen.

Verwaltungsaufwand

Drei Apartments bedeuten drei Verträge, drei Nebenkostenabrechnungen und häufigere Wechsel als bei einer Familienwohnung, oft nach ein bis drei Jahren. Bei den Heizkosten verlangt die Heizkostenverordnung grundsätzlich eine verbrauchsabhängige Abrechnung, deshalb sollte jede Einheit eigene Zähler bekommen. Steuerlich gilt dasselbe wie bei der WG: Langfristige Wohnraumvermietung ist grundsätzlich umsatzsteuerfrei, hotelähnliche Leistungen können Gewerbesteuer auslösen. Wer das nicht selbst machen will, rechnet eine externe Verwaltung von Anfang an mit ein.

Wann es sich nicht lohnt

Ob Ihr Objekt grundsätzlich in Frage kommt, können Sie mit unserem Objekt-Check in wenigen Minuten grob einschätzen. Die genaue Rechnung mit Baurecht, zulässiger Miete und Kosten machen wir danach für Ihr Objekt.

Häufige Fragen

Ist die Aufteilung in Mikroapartments genehmigungspflichtig?

In aller Regel ja. Wer aus einem Laden Wohnungen macht oder eine Wohnung in mehrere Einheiten teilt, braucht meist eine Baugenehmigung nach der Niedersächsischen Bauordnung. Geprüft werden unter anderem Planungsrecht, Brandschutz, Schallschutz, Rettungswege und gegebenenfalls Stellplätze.

Was kostet ein Mikroapartment im Umbau?

Als grober Richtwert im Bestand etwa 35.000 bis 70.000 € pro Einheit, einschließlich Duschbad, Pantryküche, Trennwänden, Leitungen und Möblierung, zuzüglich Planung und Genehmigung. Zustand und Leitungswege des Gebäudes verschieben diese Spanne deutlich.

Gilt die Mietpreisbremse auch für Mikroapartments?

Ja. In Hannover gilt sie nach aktuellem Stand bis Ende 2029. Zulässig sind dann höchstens die ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 % und ein angemessener Möblierungszuschlag. Für neu geschaffenen Wohnraum oder nach einer umfassenden Modernisierung kann eine Ausnahme nach § 556f BGB greifen. Das muss pro Objekt geprüft werden.

Kann ich Mikroapartments tageweise oder als Boardinghouse vermieten?

Nur eingeschränkt. In Hannover darf Wohnraum nach der Zweckentfremdungssatzung ohne Genehmigung höchstens zwölf Wochen im Jahr an wechselnde Gäste vermietet werden. Ein Boardinghouse ist baurechtlich in der Regel ein Beherbergungsbetrieb und braucht eine eigene Genehmigung. Steuerlich wird die kurzfristige Beherbergung zudem anders behandelt als die Wohnraumvermietung.

Mikroapartments oder WG, was ist besser?

Eine WG braucht meist kaum Umbau und ist schneller umgesetzt. Mikroapartments kosten deutlich mehr, erreichen aber Mieter, die nicht teilen wollen, und jede Einheit ist rechtlich eine eigene Wohnung. Welche Variante sich rechnet, hängt von Grundriss, Leitungen, Lage und Ihrem Kapital ab.

Was steckt in Ihrem Objekt?

Wir prüfen, ob sich Ihre Wohnung, Ihr Haus oder Ihr Laden für Mikroapartments eignet, und rechnen Kosten und zulässige Miete durch. Kostenlose Anfrage, Antwort innerhalb von zwei Werktagen.

Jetzt kostenlos anfragen →
Weitere Ratgeber
Alle Ratgeber im Überblick → Wohnung als WG oder möbliert vermieten → Gewerbe zu Wohnraum umwandeln → Mietspiegel Hannover richtig nutzen → Dachausbau & Nachverdichtung →